Virus D – Deutschrock aus dem RuhrgebietWie eine Garagenband Deutschland eroberte
Von der Garage in die Westfalenhallen - das ist die Erfolgsgeschichte einer kleinen Band aus dem Ruhrgebiet.
Auch ohne einen Plattenvertrag und Werbemaßnahmen kann eine kleine Band den großen Erfolg haben. Die Geschichte von Virus D ist die Geschichte eines solchen Erfolges. Niemand hätte wohl im Jahr der Gründung erwartet, aus einem kleinen Probenkeller heraus in wenigen Jahren so große Bekanntschaft zu erlangen. Gründung in den 80er JahrenBegonnen hat alles im Jahr 1983, nicht in einer Kneipe oder im Wohnzimmer bei einem Bier, sondern auf der Kotten-Rock-Fete im beschaulichen Wulfen an der Grenze zum Münsterland. Nach Differenzen mit ihrem Leadsänger beschloss die damals schon populäre Band Odessa spontan, ein neues Projekt zu beginnen. Noch auf dem Konzert ließen sie ihren Sänger Gerd Leschny stehen und schlossen sich mit dem Sänger Torsten Schmidt zur neuen Deutschrock-Band Virus D zusammen. Gründungsmitglieder waren
Deutschrock statt Covermusik und erste ErfolgeIm Gegensatz zu ihrer Vorgängerband, die vor allem populäre Musiker wie Jimi Hendrix und Deep Purple gecovert hatte, konzentrierte sich Virus D ganz auf eigene Texte. Diese gingen den Zuhörern förmlich unter die Haut und schon bald hatte man überregionale Popularität erreicht. Schon bald tourte man nicht nur durch Deutschland, sondern auch durch die damalige DDR und Frankreich. Der Höhepunkt in der Karriere der jungen Band war die Teilnahme am Bundesrockfestival im Jahr 1987. Hier setzte man sich gegen eine Konkurrenz von über 1.000 talentierten deutschen Bands durch und wurde mit dem 1. Preis der Landesjury NRW als beste Rockband des Landes NRW im Deutschen Rockpreis 1987 ausgezeichnet. Diesem Erfolg folgten zahlreiche Produktionen von Filmmusik, insbesondere für den WDR. Die Musik von Virus D war unter anderem in dessen Produktionen "Das Büdchen" und "Der Todeskandidat" zu hören. Die Beliebtheit der Band ließ bei Filmproduzenten nicht nach, und so wird die Musik selbst nach dem Ende der Band noch weiter verwendet. Solidarität für den Bergbau: "Erst stirbt die Zeche – dann stirbt die Stadt"Im Jahr 1989 solidarisierte Virus D sich mit den Bergarbeitern, die sich vor der Schließung ihrer Arbeitsplätze fürchteten. Sie entwickelte die Rockrevue "Erst stirbt die Zeche – dann stirbt die Stadt", die überall in Deutschland aufgeführt wurde. Dieses Projekt war sogar so erfolgreich, dass man es im Jahr 1997 zum Motto einer Menschenkette machte, die Solidarität mit den Bergarbeitern zeigen sollte. Diese Menschenkette führte durch das gesamte Ruhrgebiet; über 200.000 Menschen nahmen an ihr teil. Fortan engagierte die Band sich besonders für die Bergarbeiter und war Stammgast auf vielen Demos und Großveranstaltungen für den Bergbau. Dazu gehörten eine Demonstration von 100.000 Bergarbeitern im Bochum im Jahr 1993, eine Großdemo des DGB in Bonn im Jahr 1996 und die Teilnahme an der Kulturveranstaltung "Kunst für Kohle – wir für Euch" in den Dortmunder Westfalenhallen. Auflösung der Band und neue ProjekteTrotz des Erfolges von Virus D musste die Band sich schließlich auflösen. Der Tod des Bassisten Jürgen Wessollek im Jahr 1997 und das berufsbedingte Ausscheiden seines Nachfolgers Andy Mohr veranlasste die Mitglieder, getrennte Wege zu gehen und sich eigenen Projekten zu widmen. Das Abschlusskonzert fand am 20. Januar 2001 im Gemeinschaftshaus Wulfen statt, einem der Dreh- und Angelpunkte in der Geschichte der Band. Ein Teil der Gruppe beschäftigt sich seitdem mit dem Musikprojekt Betaplan. Quellen:
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